Donnerstag, 29. Oktober 2009

Kurzgeschichten-Wettbewerb

von Zauselina Rieko

Der mdr schreibt einen Kurzgeschichten- /Shortstory-Wettbewerb aus. Mit maximal 11.000 Zeichen (einschl. Leerzeichen) soll eine gute Geschichte produziert werden. Dem / der Ersten winken 5.000 Euro, für den zweiten Platz gibt es 2.000 Euro und für den dritten sind 1.500 Euro vorgesehen. Wer es in die Finalrunde schafft, wird zum Vorlesen nach Leipzig eingeladen. "Einladung" heißt, dass Fahrtkosten übernommen werden, ein kleines Honorar winkt, wenn man nicht zu den ersten drei Siegern gehört und der Text in einer mdr-Anthologie veröffentlicht wird. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2010.

Hier geht´s zur Seite des mdr

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Halloween-Lesung am 31. Oktober

von Zauselina Rieko



Und jetzt die endgültige Liste der Vorleser für die Halloween-Lesung am 31. Oktober um 21 Uhr und zwar genau hier.

Renate Lubitsch (Frank Sorge - Kabarettist und Autor)
Kueperpunk Korhonen (Thorsten Küper - Physiker und Schrifsteller)
Gavrael Hawkeye (Rael Wisdorf - Schriftsteller)
Zauselina Rieko (Kirsten Riehl - Brennende Buchstablerin und Lyrikerin)

Freut euch auf eine Stunde Grusel, Grauen, Grämlichkeiten.


Special thanks to Violetta Miles and the tiny gang

Samstag, 24. Oktober 2009

Halloween-Lesung

von Zauselina Rieko

Zauselina mit Violetta, Waves und Wrister (Der Trapper WillieNelson kam später noch dazu) Hemmungslos haben die Kleinen versucht, mich zum Weltfrieden zu überreden. Ich war wehrlos!

Gestern musste ich in Second Life einloggen, um das geplante informelle Treffen abzusagen. Da werde ich überraschenderweise zu einem lauschigen Plätzchen am Meer teleportiert. Nichts Böses ahnend lasse ich mich auf eine Unterhaltung mit einem Nagetier und einem stacheligen Gesellen ein. Später kam dann noch ein kleiner Knochemann hinzu, der sich auf meine Stuhllehne setzte. Sozusagen von drei Fronten eingekesselt, konnte ich dem Angriff, der dann folgte, nichts entgegensetzen. Der Knochenmann aß aus einem ausgehöhlten Kürbis Süßigkeitn und drohte damit zu werfen. Außerdem - na ja ... ihr wisst schon: Wenn Knochenmänner essen, dann krümelt das furchtbar,... fehlender Magen und so .. naja ... ihr wisst schon...

Also angesichts dieser Bedrohung und der aussichtslosen Lage, in der ich mich befand, musste ich der Forderung der drei Gesellen zustimmen. Ich betone ausdrücklich, dass ich das nicht freiwillig mache!!! Man kann mich nicht belangen!

Die drei haben also beschlossen, dass die Buchstaben am nächsten Samstag eine Halloween-Lesung veranstalten werden. Und zwar auf dem Land am Meer. Und es sind ALLE Buchstabler verpflichtet zu erscheinen. Ansonsten ... ja ich denke, sie werden die Weltherrschaft übernehmen oder sowas. WOLLT IHR DAS? Na bitte! Dann schreibt euch den Termin auf und nehmt die Landmarke ins Inventar:

Samstag, 31. Oktober 2009 um 21 Uhr
Hierhin kommt ihr!


Ihr legt bitte eure Herztabletten bereit und gießt euch ein Tässchen Kamillentee auf. Nein - ihr esst kein Popcorn während der Lesung! Das ist einfach zu laut, wenn alle 300 Buchstabler gleichzeitig kauen. Außerdem krümelt ihr mir dann immer in die Tastatur und ich muss hinterher die Sim fegen. Nee nee... Dann Licht ausknipsen, Gardinen zuziehen, Kerze anzünden,zurücklehen und lauschen. Oh ja - Lappen bereit legen, weil da sicher viele Kürbisse mit Kettensägen zerteilt werden, und das spritzt sicher ziemlich eklig an eure Fototapeten. Hmmm ... was noch? Seht nach, ob ihr eure Haustür verschlossen habt; man kann nie wissen, wer ums Haus schleicht.

Ach ja - wer liest? Die Autoren wissen noch nichts von ihrem Glück, aber ich schicke ihnen die Tiny-Mafia von Violetta auf den Hals, und dann werden sie schon wollen.

Kueperpunk Korhonen, Violetta Miles, Zauselina Rieko, Renate Lubitsch, und mal sehen, wen wir noch "überzeugen" können.

UUUUUUUUUUND .... Tadaaaaaaaaaaaaaaaaaaa .... Hinterher gibt´s Party. Wein, Weib, Gesang (Für die Damen natürlich Congac, Cerle, Camembert).

Freitag, 23. Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse 2009 IV.

von Zauselina Rieko

Marginalien

Bücherstapel als Kunstobjekt - witzig! Schaff ich mir auch für meine Wohnung an.












Hölzerne Lese-Ecke. Ob das so gemütlich unterm Popo ist wie´s auf dem bild den Eindruck macht? Man durfte es leider nicht ausprobieren; kann also nichts Negatives berichten ...


DAS ist mal eine Bücherwand!


Der Turm gehörte nicht direkt zur Buchmesse, war aber beim Blick aus dem Fenster zu sehen und wird deshalb hier integriert. Erinnert an das Manhattan der 30er Jahre.


Das sieht mehr aus wie das Innere eines Raumschiffs, ist aber ebenso Buchmesse-Halle wie das gemütlichere Antiquariat.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse 2009 III.

von Zauselina Rieko


Schrille Gestalten auf der Messe: Hier ein männlicher Engel. Die Cosplayer tummelten sich hauptsächlich in einem der oberen Stockwerke. Comics und Manga waren dieses Jahr ein großes Thema.Die bunten Zeichnungen zogen buntes Publikum an.









Simpsons-Zeichner Phil Ortiz zeichnete für 20 € pro Bild die Besucher als gelbstichige Simpson-Figur ("simponizing").

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse 2009 II.

von Zauselina Rieko


Auf der Buchmesse gab es in einem der oberen Stockwerke und abseits des großen Massengeschiebe und -gedränge ein wunderbares Antiquariat. Taschenkontrolle am Eingang zeugte vom Wert der ausgestellten Objekte. Preise von mehreren tausend Euro sind nicht ungewöhnlich. Da könnten Langfinger schon schwach werden...




Farbenprächtige Buchmalereien. Heutzutage könnte sich niemand mehr die Zeit nehmen, ein Buch so aufwändig zu gestalten.



Bücher über Heilmethoden - passend dazu entsprechendes Original-Zubehör.

Das hier ist mein persönlicher Favorit: Die Frauenzimmerschule oder sittliche Grundsätze zum Unterricht des schönen Geschlechts aus dem Jahr 1785.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse 2009 I.

von Zauselina Rieko

In den nächsten Tagen hier an dieser Stelle meine subjektiven und persönlichen Eindrücke von der Buchmesse. Die Prominenten und die Stars könnt ihr im TV und der Presse sehen. Auch am Rande der Messe und etwas abseits vom großen Besucherstrom gab´s Interessates.

Gerd Renshof, Maler von Buchstillleben

Was ist ein Muss auf einer Buchmesse? Bücher - na klar! Hier seht ihr den niederländischen Maler Gerd Renshof, der sich auf Stillleben von Büchern spezialisiert hat.

Da bekommt das Wort "Buchmaler" doch mal eine neue Bedeutung...

Und wer noch mehr von Renshof sehen möchte: http://www.gerdrenshof.com/

Fotos von Th. Küper http://kueperpunk.blogspot.com/

Freitag, 16. Oktober 2009

Winterabende

von Zauselina Rieko


Hallo Buchstabler,
die kalte Jahreszeit kommt mit Riesenschritten heran – Gelegenheit, mehr Zeit in SL zu verbringen. Für einen echten Buchstabler bedeutet dies: Langweilige Vereinssitzungen absolvieren, endlose Protokolle vergangener Sitzungen anhören, ellenlange Diskussionen über den Sinn von Paragraf 25 Absatz a Strich F zur Verordnung der …. Ach nee … das war ja der Schützenverein.

Okay – ich fange noch mal an.
Also die kalte Jahreszeit undsoweiterundsoweiter … das bedeutet … bla bla…
Lesungen, Lesungen, Lesungen ! Ja das Leben kann schön sein.

Der erste Autor ist für Ende November vorgesehen. Termin wird noch bekannt gegeben. In der Zwischenzeit würde ich gerne ein bisschen interaktiven Schwung in unseren Laden bringen. Mir schwebt vor, dass wir Themenabende gestalten, was bedeutet, dass ich
1. ab sofort eure Vorschläge entgegen nehme
2. ihr euch Gedanken machen müsst, was ihr gern literaturmäßig hören wollt
Hinterher gerne geselliges Beisammensein und munteres Tschätten.

Meine eigenen Vorschläge mal hier:
1) Lyrikabend – Jede(r) bringt sein / ihr Lieblingsgedicht mit, wir lesen in Voice, ihr sagt vielleicht ein, zwei Sätze dazu, (warum dieses Gedicht? hatte es eine besondere Bedeutung für dich usw.) Müssen keine selbst verfassten Gedichte sein!
2) Buchvorstellung – Jede(r) bringt sein / ihr Lieblingsbuch mit und stellt es in max. 10 Minuten (wichtig!) vor. Auch dazu bitte Voice verwenden.

Gut, das sind nur Vorschläge. Muss man nicht übernehmen. Ich erwarte nun eure kreativen Ideen. Wer nicht selber lesen will, kann natürlich jemanden lesen lassen. Können wir alles en detail noch besprechen.

Vorläufig visiere ich den Freitagabend 20 Uhr dafür an. Bitte Vorschläge als Note-Card schicken oder an BrennendeBuchstaben@yahoo.de . IMs werden in der Regel gekappt.

Wie wäre es mit einem Treffen am nächsten Freitag, 23. Oktober 2009 um 20 Uhr in Second Life? Da können wir Vorschläge auch direkt diskutieren. Ich verwende Voice. Wer nicht reden mag / kann, darf natürlich tippen.
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Die Brennenden Buchstaben – einer alleine ist nur ein Buchstabe, alle zusammen sind ein Alphabet!
(Die drei Buchstaben-Tiere)

Samstag, 10. Oktober 2009

Neues von Hausfrau Mechthild V.

von Zauselina Rieko



Ein wenig verzwiefelt saß Hausfrau Mechthild F. aus W. mit der elektronischen Post, einer sogenannten E-Mail, in der Hand in ihrem Wohnzimmer. Ihr kluger Gatte war nämlich auf Dienstreise und konnte ihr nicht dabei helfen, diese Mail abzuschicken. Der kluge Gatte kannte sich damit aus, hatte er doch den VHS-Kurs 50+ für Computereinsteiger Teil 1 und sogar Internet leichtgemacht Teil 1 Wie schreibe ich eine E-Mail und Teil 2 Wie verschicke ich eine E-Mail mit einem Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme absolviert. Jetzt hatte Mechthild F. jedenfalls schon mal den wichtigen Brief verfasst. Aber wie nun das Ding in den Computer reinkriegen, wo das Internet ja mutmaßlich drin steckt? Früher, mit der Rohrpost, war es etwa einfacher, musste Mechthild zugeben.

Manchmal kann man am Leben verzweifeln...

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Octoberville

von FirleFanz


http://slurl.com/secondlife/PixelTrix/164/130/35


Das ist der Teleport zu Octoberville, einer Sim, die während des Oktobers erreichbar ist. Herbstlich bunte Bäume, leuchtend orange Kürbisse, Schreie im Hintergrund, dazu Geistererscheinungen – das sind die Zutaten für eine liebevoll und aufwändig gestaltete Second-Life-Region. Wenn man sich einen HUD holt, kann man an der Jagd nach bestimmten Objekten teilnehmen. Dabei gilt es, eine ganze Liste abzuarbeiten. Die gesuchten Dinge sind über die ganze Sim verstreut.

Immer wieder finden sich Wasserfässer mit darin schwimmenden Äpfeln. Man muss den richtigen anklicken um eine Erfolgsmeldung im Chat zu bekommen. Anschließend können die eingesammelten Äpfel an anderer Stelle wieder abgeliefert werden. Damit ist Octoberville nicht nur eine 3D-Austellungsfläche, wie es sie doch viele gibt, sondern ein interaktives Spiel.
Sehr sehenswert! Unbedingt angucken!

Das ist der "King of Octoberville" , wie er sich selber nennt. Hat mich sehr freundlich empfangen und mir die Sache mit dem HUD erklärt. Das Ding bekommt man auf dem Polizeirevier; man muss es anziehen, dann erscheint auf dem Bildschirm eine Liste mit Gegenständen, die über die ganze Sim verstreut versteckt liegen. Nun gilt es, die Gegenstände ausfindig zu machen, anzuklicken und sich so ein grünes Häkchen hinter jedem erbeuteten Ding zu erarbeiten.

Das hier ist das Polizeirevier. Auf dem schreibtisch in der Aktentasche ist der HUD eingepackt.

Der König von Octoberville zeigt mir noch das Kino. Wann welche Filme laufen, erfährt man über die Gruppenmmitteilungen. Lohnt sich also beizutreten.

Ja das erste Dings, das ich finde, ist in diesem gammeligen Wohnwagen ... ja ähm... ein ... hüstel ... "well used playboy magazine" ... hm na ja...

Wunderbare Farben gehören zum Design der Halloween- und Herbst-Region: orangfarbene Kürbisse wie gesagt, und dann natürlich herbstlich rotoranges Laub und ja ab und zu ein brennendens Haus. Toll!

Kleine Verschnaufpause in eine heruntergekommenen Haus auf speckigen Sesseln. *schnarch*


Und weiter geht´s: Ein Spukhaus mit tanzendem Skelett. Der Knochenmann bewegt sich wirklich, und der Besen auch.

FirleFanz allein in den nebeligen Sümpfen. Dort finde ich den zweiten Gegenstand. Man muss tatsächlich die ganze Sim durchwandern, um alle Gegenstände zu erwischen. Darüber hinweg fliegen funzt nicht!



Hier habe ich mich eine Weile aufgehalten, weil die verlassene Schule ziemlich gruselig wirkte. War dann aber ganz harmlos. Außer ein paar Schreien im Hintergrund ist nichts weiter passiert. Ich dreh mal ne Runde Hüpfekästchen.

Ein Pferdegeist ... oder Geisterpferd? - vom Schwert durchbohrt. (Wer macht denn solche Sauereien?)

Ich gehe in ein großes verlassenes Haus und stoße auf ein Menschen herstellendes Labor. Der Raum hier ist noch mittelmäßig gruselig. Als ich weiter gehe, gelange ich in einen Raum, aus dem ich nicht mehr heraus finde - kein Ausgang, no way out. Mist! Muss mich schließlich wegteleportieren.

Zum Abschluss meiner Wanderung durch Octoberville kehre ich in die Crowbar ein, um mir ein Schlückchen Blutorangen-Buttermilch zu gönnen. Supernetter DJ übrigens. Danke an Master Kaos!


Eingentlich bin ich ja auf dem Heimweg, aber unter der Crowbar liegt die dunkle Kanalisation. Da muss ich durch!

Stinkende Abwässer, Ratten, Knochen - was kommt noch?

Na toll! Und wie komm ich jetzt nach Hause?

Montag, 5. Oktober 2009

Schreiblustverlag und Mitmachprojekte

http://www.schreib-lust.de/

Der Schreiblustverlag sucht Mitmach-Autoren für diverse Projekte. Aktuell soll 2011 eine Anthologie mit dem Thema "Glück" heraus kommen. Dafür werden noch Geschichten gesucht. Getreu dem Motto "In der Kürze liegt die Würze" haben kurze Texte bis 10.000 Zeichen größere Chancen ins Buch aufgenommen zu werden. Einsendeschluss ist der 30. April 2010. Drei Geschichten darf ein Autor / eine Autorin einreichen. Die Autoren erhalten Freiexemplare und werden mit 10 Prozent geteilt durch alle Mitschreibenden am Gewinn beteiligt. Das sind sicher keine Reichtümer, aber der Schreiblustverlag unterscheidet sich auf jeden Fall von betrügerischen Bezahl-Verlagen und möchte auch begabte Schreibanfänger fördern. Diesen Monat werden Geschichten zum Thema "Außerirdisch" gesucht. Zeichenbegrenzung ist 10.000 einschließlich Leerzeichen.

Ansonsten kann aber jeden Monat eine Geschichte eingereicht werden. Mit ein bisschen Glück wird sie in der Schreib-Lust Print, der verlagseigenen Literaturzeitschrift, veröffentlicht.

Damit es nicht nur beim Austausch im Internet bleibt, sehen sich die Schreiblüstlinge auch sehr real in einer Kneipe. Am 9. Oktober treffen sich Schriftsteller/innen und solche, die es werden wollen, in Dortmund im Irish Pub Limmericks, Kampstraße 45. Anmeldungen und Fragen gehen an Heike Wulf: wulheike@yahoo.de oder 0231 / 5310260.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Struwwelpeter - Struwwelhitler

Der Psychiater und Arzt Heinrich Hoffmann hat 1840 ein Kinderbuch heraus gebracht, das eigentich nie für die Veröffentlichung vorgesehen war. Eigentlich wollte er nur ein geeignetes Buch für seinen kleinen Sohn als Gute-Nacht-Geschichte kaufen, und weil es nichts gab, was er für geeignet hielt, zeichnete er in ein Heft die Geschichte um die Pyromanin Pauline, den hyperaktiven Philipp, den magersüchtigen Kaspar, den aufmerksamkeitsgestörten Hans und den sadistischen Friederich. Ein Horrorbuch? Nein. Es sind die Geschichten von Struwwelpeter, Hans-guck-in-die-Luft & Co.

In den 1960-iger Jahren umgeschrieben zum antiautoritären Kritikbuch für eine freie Pädagogik, vielfach angepasst, umgeschrieben, verändert, ist er bis heute jedem bekannt. Man mag ihn lieben, man mag ihn hassen - er verkauft sich immer noch.

Eine interessante Variante kam während des Zweiten Weltkriegs in England heraus: Der Stuwwelhitler. Autor Dr. Schrecklichkeit, hinter dem sich das Brüderpaar Robert(1871-1964) und Philip (1873-1945) Spence verbirgt, schrieb 1941 Struwwelhitler - a Nazi Story Book. Hoffmanns Zeichnungen wurden adaptiert und die Texte mit Wiedererkennungswert umgedichtet. Den Briten waren die Originaltexte von Hoffmann bekannt. Bereits Mark Twain hatte sich an einer englischen Übersetzung versucht.

Der Autorenhausverlag hat die Erben der Spence-Brüder ausfindig gemacht, eine Neuauflage zuwege gebracht und so das kleine Büchlein vor dem Vergessen bewahrt. Dieter Stündel hat das Ganze dann ins Deutsche übertragen, was bei gereimten Texten immer schwierig und nicht ohne kleine Abweichnuneg vom Wortlaut geht. Von dem Historiker Joachim Fest stammt das Vorwort. Die Einnahmen aus dem Buchverkauf kommen nicht den Erben zugute. Sie haben sich entschlossen, alles dem Stuwwelpeter-Museum in Frankfurt zufließen zu lassen.

Die Stadt Frankfurt feiert 2009 den Hoffmann-Sommer anlässlich des 200. Geburtstags des Arztes und Schriftstellers. Deshalb und weil China Ehrengast der diesjährigen Buchmesse ist, wird auf der Frankfurter Buchmesse am 18.10. im historischen Museum auch eine chinesische Ausgabe des Struwwelpeter vorgestellt.
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Struwwelhitler – A Nazi Story Book by Dr. Schrecklichkeit. Der Anti-Nazi-Klassiker von 1941. Eingeleitet von Joachim Fest
Neuauflage des Originals - das Anti-Hitler-Buch von 1941

deutsch-englischer Text
Klappbroschur, 56 Seiten
durchgehend vierfarbig illustriert
€ 10,00
ISBN 978-3-86671-014-6

Freitag, 2. Oktober 2009

Odyssey - sehenswerte Künstlerregion

von FirleFanz

Am Samstag war ich in Second Life schon früh morgens unterwegs, um coole Plätze ausfindig zu machen. Diesmal hatte es mir das Odyssey Projekt angetan. In SL kann man der Odyssey Project Group beitreten, um über geplante Veranstaltungen auf dem Laufenden zu bleiben. Der Gruppenbeitritt erfolgt allerdings erst, nachdem ein Verantwortlicher den Avatar frei geschaltet hat. Vermeidet sicher "Leichen" in der Gruppe. http://slurl.com/secondlife/Odyssey/123/48/25


Die mit Graffitti verzierte Wand im Vordergrund zieht die Aufmerksamkeit nur wenige Augenblicke auf sich. Dann nämlich nimmt man die in der Luft schwebenden Autos wahr. Langsam drehend bewegen sich die an Trabis erinnernden Fahrzeuge durch die virtuelle Atmosphäre.
Der rosafarbene Trabi ist mir Leuchtstäben gespickt. Um sich selbst drehend schwebt er in der Luft.
Ob man die Farbe wohl noch mal von den Turnschuhen abkriegt?
Ich setze meine Tour fort und steuere geradewegs auf ein Gefängnis mit imposant dicken Mauern zu.
Ein vorsichtiger Blick durch die Gitterstäbe sagt mir, dass da jemand drin sitzt.
Also wenn mich meine Avataraugen nicht täuschen, ist das Mister Gandhi himself und persönlich.
Ich entschließe mich spontan, ihn zu besuchen. Das Sitzkissen anklicken und schon fliege ich in die vergitterte Zelle hinein. Leider antwortet er nicht auf mein Chatgetippe - ist wohl im echten Leben gerade in der Küche Kaffee holen oder hängt am Telefon. Das Ganze ist eine Aktion des Künstlers Joseph DeLappe. In Second Life nennt er sich MGandhi Chakrabarti. Seit dem 5. Mai sitzt dieser Avatar nun schon hinter Gittern, um an die Verhaftung des echten Ghandi vor 79 Jahren zu erinnern. Normalerweise kan man sich auch mit DeLappe im Chat unterhalten, aber natrlich kann er nicht tatsächlich 24 Stunden für Antworten parat stehen. So muss man also öfters den Kontakt suchen; dann ist auch mit ein bisschen Glück ein Chat über die Aktion und Ghandis Verhaftung möglich.
Na schön, ich möchte jetzt nach Hause. Und wieso lassen sich die Gefängnistüren nicht öffnen von innen? Das haben Gefängnistüren so an sich? Na toll!
Blick von außen auf die mittlerweile zwei Gefängnisinsassen - Ghandi und FirleFanz. Die Freiheit riecht gut!
Nach einigen Hin und Her schaffe ich es, mit der Kamera soweit herum zu schwenken, dass ich einen Teleport-Punkt anklicken kann. In sitzender Positur beamt es mich durch die Lüfte. Am Ende landet der Avatar im Boden, mein Bildschirm wird matschbeige, und eigentlich kann ich mich für heute ausloggen, weil ich gecrasht bin. Dabei habe ich noch nicht alles gesehen auf Odyssey. Werde meine Tour demnächst fortsetzen und euch berichten!
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DeLappes Website: http://www.delappe.net
Salt March Blog: http://saltmarchsecondlife.wordpress.com/
DeLappe auf Twitter: josephdelappe
DeLappe auf Facebook: Joseph DeLappe