Mittwoch, 21. November 2012

Nachdenken über Sprache

Es gibt in der Anglikanischen Kirche nur männliche Bischöfinnen, aber weiterhin keine weiblichen Bischöfe.
Der Satz ist Unsinn? Ein Verschreiber? Tippfehler? Überzogener Feminismus gar? Ich möchte mal auf ein interessantes Posting von BukTom Bloch aufmerksam machen, in dem er zuerst über männliche und weibliche Sprache nachdenkt - sicher ein Zankapfel, können sich nicht mal alle Frauen (mir allerdings sehr unverständlich!) auf das Thema einlassen. Dass es aber nicht nur um richtiges oder falsches Reden und Schreiben, um Kleinkrämerei in der Orthographie geht, belegt er mit statistischen Daten zur Armutsforschung. Deshalb ist das Thema eben nicht vom Tisch und durchaus wert, nicht unter selbigen gekehrt zu werden.

Jetzt ist es also per Abstimmung amtlich, dass die anglikanische Kirche keine Bischöfinnen haben wird. Dabei ist die oberste Chefin - die Queen of England herself - eine Frau. Boshaft könnte man fragen: Hat die ihren Laden nicht im Griff? Aber das Phänomen kennt man ja schon von der katholischen Kirche: Oberste Chefin die Muttergottes herself, eine Frau, aber im Betrieb sind dann nur Männer als Mitarbeiterinnen zugelassen. Verbannt in eine harmlose poetische Fernwirklichkeit, kann sie nur zuschauen, wie der reale und  sehr prosaische Stellvertreter Gottes auf Erden als Mann und Boss ihren Laden schmeißt.

In England haben Männer entschieden, dass es nicht gut sei, Frauen zum Bischöfinnenamt zuzulassen. Ist das nicht ein sonderbarer Zufall? Man stelle sich einmal vor, unsere Politiker (und hier nehme ich jetzt absichtlich die männliche Form!) dürften darüber abstimmen, ob man das Wahlrecht für Frauen wieder auf den Stand von vor 1919 zurückschrauben könnte. Oder Bankenchefs und - chefinnen dürften bestimmen, WO die Armutsgrenze festzulegen und als solche zu definieren wäre. Oder Kannibalen dürften darüber abstimmen, ob Vegetarier potenzielle Pflanzenterroristen genannt und als solche strafverfolgt werden könnten. Ja ist so eine Sache mit der Demokratie und den ihr innewohnenden Abstimmungsmöglichkeiten ...
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